Freie Presse - Auerbacher Zeitung - Montag, d. 04.10.2012
Bürgerentscheid steht vor der Tür
Bei einem gut besuchten Informationsabend hat die Bergener Interessen-Gemeinschaft ihre Mitbürger aufgefordert, wählen zu gehen und zusammenzuhalten.

VON SYLVIA DIENEL

BERGEN — Am 14. Oktober hat Bergen die Wahl – oder doch nicht? Zur Informationsveranstaltung der Bergener Interessen-Gemeinschaft für eine andere Politik, Transparenz, Demokratie, Ehrlichkeit (BIG) am Dienstag ist das verneint worden. „Wir hoffen, dass viele Leute hingehen“, erklärte Frank Straubel. „An der Sachlage ändert sich aber nichts. Wir bleiben weiterhin im Verwaltungsverband Jägerswald, egal, wie der Bürgerentscheid ausgeht.“ Einziger Knackpunkt: Die Gemeinde ist drei Jahre an das Ergebnis gebunden.

Ähnlich hatte sich Bergens Bürgermeister Volkmar Trapp (parteilos) geäußert, als der Entscheidsbeschluss zur Gemeindegebietsreform gefasst wurde. Es sei „wichtig, dass der Rat eine Legitimation besitzt, um sagen zu können, wir machen so weiter“. Das heißt, die Einwohner sollen per Kreuz auf dem Wahlzettel lediglich mitteilen, ob sie sich mehrheitlich für den vom Gemeinderat und Trapp eingeschlagenen Weg nach Falkenstein aussprechen oder einen Zusammenschluss mit den drei anderen Verbandsgemeinden Werda, Theuma und Tirpersdorf zur Einheitsgemeinde bevorzugen. Auf diese Konstellation besteht die BIG.

Aber wie sieht das Einheitsgemeinde-Konzept überhaupt aus? Auf die Frage von Gemeinderat Timo Zimmer (Freie Wähler), der sich mit Heinz Luderer (Die Linke) unter gut 80 Gäste gemischt hatte, fasste sich Straubl kurz: „Das können wir Ihnen nicht sagen.“ Längst hätten Verhandlungen zwischen allen vier Bürgermeistern stattfinden sollen. Einen solchen Austausch lehnt die Bergener Seite ab. Dass der Ort im Falle eines Zusammenschlusses nach Tirpersdorf eingemeindet werde, sei falsch, entkräftete Reinhard Schubert ein kursierendes Gerücht. „Alle vier Gemeinden würden auf Augenhöhe stehen.“

Wer die Eingemeindung nach Falkenstein ablehnt, hat seine Gründe: Man sieht die Bürgernähe und Selbstbestimmung gefährdet, befürchtet, Falkensteins Schlusslicht zu werden, rechnet mit Interessenkonflikten zwischen Stadt und Land. Man sorgt sich um den Dorfschulenbestand und Verbleib der Partnerkommunen. Und man ist überzeugt, dass die Eingemeindung der teurere Weg ist.

Wie viele Bergener wünscht sich Horst Frost statt Frontenbildung und Spaltung in der Gemeinde mehr Zusammenhalt untereinander. „Ich bin 1995 hergezogen – aus einer Stadt. In den ganzen Jahren habe ich hier nur ein Gegeneinander erlebt, nie ein Miteinander“, klagt er. Zusammenrücken sei zum Beispiel an einem Stammtisch möglich, dachte Jörg Werner weiter. Dort könnten „alle Wehwehchen“ zur Sprache kommen.