Freie Presse - Auerbacher Zeitung - Freitag, d. 28.12.2012
Brücke bleibt vorerst gesperrt
Eine Entscheidung zum Bauwerk über die Trieb in Bergen steht noch aus. Jetzt ist das Straßenbauamt gefragt.

VON SYLVIA DIENEL

BERGEN — Seit etwas mehr als einem halben Jahr ist der direkte Weg von der B 169 zum Bergener Bürgerbegegnungszentrum und Sportgelände versperrt, die Brücke über die Trieb stillgelegt. Der Grund: Es gibt Zweifel an ihrer Belastbarkeit.

Zwei Gutachten mit unterschiedlichen Prüfungsergebnissen stehen sich gegenüber: Das eine sagt, die Brücke könne von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von zwei Tonnen risikolos überquert werden. Im anderen wird davon ausdrücklich abgeraten und zur Sanierung geraten. Bergens Bürgermeister Volkmar Trapp (parteilos) hofft, dass bald Bewegung in die Sache kommt. Die Gemeinde hatten nach der verkehrsrechtlichen Anordnung im Juni, die zur Vollsperrung führte, Widerspruch eingelegt.

Seinen Anfang nahm die Geschichte bei einer Prüfung der Brücken im Verwaltungsverband Jägerswald, dem Bergen angehört. Ende Mai hatte ein Dresdner Ingenieurbüro dem Bauwerk ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Auf dessen Empfehlung hin veranlasste der Verband umgehend die Sperrung. Die Gemeinde wehrte sich und verwies darauf, dass die Prüfung lediglich auf einer Inaugenscheinnahme basiere. Bergen holte eine zweite Meinung eint und ließ Belastungsmessungen vornehmen. Der regionale Gutachter hält eine generelle Sperrung für ungerechtfertigt.

Eine daraufhin vom Verband initiierte nochmalige Überprüfung durch das Dresdner Büro bestätigte indes das Urteil: Das Ergebnis sei das schlechteste, das eine Brücke bekommen könne, und die Stand- und Verkehrssicherheit deshalb nicht gegeben, zitiert Verbandschefin Carmen Funke die Firma.

Jetzt ist das Straßenbauamt am Zug. In Bergen hofft man, die Brücke - wenn auch eingeschränkt - bald wieder nutzen zu können. „Wir kämpfen nicht um eine völlige Auflösung der Sperrung“, sagt Trapp ein. „Aber dass nicht mal Rollstuhloder Fahrradfahrer durchkommen und sogar Leute mit dem Handwagen die Bundesstraße entlang laufen müssen, ist nicht hinnehmbar.“