VON SYLVIA DIENEL
BERGEN — Nach drei Jahren sollte endlich wieder eine Einwohnerversammlung zur Zukunft Bergens stattfinden. Das meint Beate Schubert von der Bergener Interessen-Gemeinschaft für eine andere Politik, Transparenz, Demokratie, Ehrlichkeit (BIG) und hat ihre Forderung an Bürgermeister Volkmar Trapp (parteilos) und den Gemeinderat herangetragen. Es bestehe Diskussions- und Handlungsbedarf, sagte sie. Stein des Anstoßes ist die lange Wartezeit seit Einreichung der Klage Bergens und Falkensteins zur Durchsetzung der Eingemeindung in die Stadt.
Bürgerentscheid pro Falkenstein
Die BIG hatte sich gegen die Eingemeindung nach Falkenstein und für eine Einheitsgemeinde Jägerswald positioniert. Dafür gab es in der Bevölkerung jedoch keine Mehrheit: Vor zweieinhalb Jahren hatte ein Bürgerentscheid ergeben, dass 443 Einwohner den vom Bergener Rat angestrebten Anschluss an Falkenstein und Austritt aus dem Verwaltungsverband Jägerswald unterstützen. 219 stimmten dagegen. Allerdings hatten zuvor sowohl das Sächsische Staatsministerium als auch die Rechtsaufsicht des Vogtlandkreises und die Landesdirektion Sachsen Nein zu dem Vorhaben gesagt. Sie sehen Bergens Zukunft in einer Einheitsgemeinde mit den anderen Verbandsmitgliedern Theuma, Werda und Tirpersdorf und teilen folglich deren Vorstellungen: Alle drei sprechen sich für einen Zusammenhalt als vierköpfige Gemeinschaft, sprich eine Einheitsgemeinde aus. Auch die BIG kennt keine praktikable Alternative.
Seit Klage herrscht Funkstille Gegen die Versagung setzten sich der Bergener Gemeinderat und Falkenstein mit einer Klage beim Verwaltungsgericht Chemnitz zur Wehr. Seitdem herrscht Funkstille. „Wir kommen so nicht vorwärts“, bemängelte Beate Schubert den Status quo und forderte eine umfassende Information der Bürger. Volkmar Trapp missfällt die lange Wartezeit ebenfalls. Es gäbe in diesem Fall allerdings keinen Handlungsspielraum, entgegnete er. Man befinde sich nach wie vor in einem schwebenden Verfahren. Von einer Einwohnerversammlung hält er nicht viel und machte stattdessen das Angebot, die Bürgerfragestunden zu nutzen. „Wir bekommen hier aber keine richtige Antwort“, beanstandete Beate Schubert. Für Volkmar Trapp ist dagegen alles gesagt, was momentan zum Thema gesagt werden könne.
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